Fotografie

Vogelfotografie: Grundlagen und Anschaffungen

Ich beschäftige mich nun schon eine ganze kleine Weile mit der Vogelfotografie. Als ich vor mehr als einem Jahr begann, mit einer Spiegelreflexkamera zu fotografieren, hatte es mir zunächst die Makrofotografie angetan. Doch Anfang diesen Jahres war es Zeit für ein bisschen frischen Wind in meinen fotografischen Segeln und ich widmete mich der Vogelwelt. Heute kann ich mir kaum etwas Schöneres und Spannenderes vorstellen.

In dieser kurzen Zeit konnte ich bereits viel lernen, aus Erfolgen wie aus Misserfolgen. Seit mich das Interesse an der Vogelfotografie gepackt hat, ist kaum ein Tag vergangen, an dem ich nicht irgendetwas dazu recherchiert, gelesen oder mit anderen ausgetauscht und natürlich geübt und probiert habe.
Das Wissen und die Erfahrungen aus dieser Zeit möchte ich gern mit Dir teilen!
Im heutigen Beitrag stelle ich Dir wichtige grundlegende Voraussetzungen vor, mit Denen Du die ersten Schritten auf dem Weg zu dieser bezaubernden Art der Fotografie gehst.

1. Literatur: Bestimmungsbücher

Bevor Du losziehst, um Aufnahmen zu machen, ist es empfehlenswert, dass Du Dich ein bisschen schlau machst. Dafür ist ein solides Vogelbestimmungsbuch unentbehrlich.
Vor der Anschaffung solltest Du Dir ein paar Fragen stellen, zum Beispiel:

  • Bevorzugst Du Illustrationen oder Fotografien?
  • Wie ausführlich möchtest Du Die Arten bebildert sehen?
  • Welche Regionen soll das Buch umfassen?
Vorschläge

Ich selbst nutze den Vogelführer „Welcher Vogel ist das?“ (Kosmos-Verlag), von dem ich erst vor Kurzem die neueste Auflage erworben habe. Er ist nicht nur erschwinglich, sondern auch sehr handlich. Da ich Fotos bevorzuge und jede Art in mehreren Bildern vertreten ist, ist er genau das richtige für mich. Man kann die Vögel in verschiedenen Kleidern und sogar im Flug sehr schön bestimmen.

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Trotzdem arbeite ich hin und wieder mit älteren Büchern, die illustriert sind.

Früher hatte ich auch oft den sehr handlichen Kosmos-Führer „Unsere Singvögel“ dabei, der prima für die Jackentasche ist und mit dem man immer schnell einen kleinen „Ratgeber“ an der Seite hat.

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Als am beliebtesten unter Vogelfreunden gilt jedoch der Vogelführer von Lars Svensson (Kosmos-Verlag), der Illustrationen und ausführliche Informationen bietet. Weiterhin ist das recht ähnliche Buch vom schwedischen Ornithologen und Vogelmaler Lars Jonsson (ebenfalls Kosmos-Verlag) häufig und gern genutzt.

Das Buch kennenlernen

Der Kauf allein reicht jedoch nicht aus. Du solltest Dich mit dem Buch auseinandersetzen, den Aufbau verstehen, um so später selbstverständlich damit arbeiten zu können.
Außerdem ist es durchaus empfehlenswert, schon vor der ersten großen Foto-Tour über einzelne Arten zu lesen. Dieses Wissen kann Dir später beim Fotografieren behilflich sein.

Ich habe mich nach der Anschaffung meines Bestimmungsbuchs zunächst mit dem System und der Auflistung der Vögel bekannt gemacht, mir Bestimmungsschlüssel eingeprägt und die Großgruppen mit Sticky Notes markiert. Zusätzlich habe ich ein Lesezeichen angelegt, auf dem ich Bestimmungsschlüssel, Farbcodes und ähnliches erklärt habe.

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Danach habe ich natürlich erst einmal gründlich studiert und mich eingelesen.

Mit dem Buch arbeiten

Wenn Du wirklich erst beginnst, Dich mit der Thematik auseinanderzusetzen, gibt es ein paar Vögel, mit denen Du Dich gleich von Anfang an vertraut machen kannst. Mehr Arten wirst Du später dazulernen, wenn Du sie siehst oder hörst.

Hier die wichtigsten Singvögel, die Du kennen solltest: Blaumeise, Kohlmeise, Feldsperling, Haussperling, Amsel, Rotkehlchen, Zaunkönig, Hausrotschwanz, Gartenrotschwanz, Buchfink und Goldammer.

Diese wirst Du nicht nur sehr häufig sehen, sondern auch hören.

2. Andere Medien: Apps

Mit dem Stichwort Hören sind wir auch schon beim nächsten Punkt: Du wirst Dich auch mit Vogelstimmen auseinandersetzen müssen. Denn wenn Du bereits aus einiger Entfernung einen Vogel am Gesang oder Ruf erkennst, kannst Du Dich darauf einstellen, in welcher Situation er sich gerade befindet: Singt er und Du weißt, dass er häufig hohe Singwarten aufsucht, weißt Du gleich, wo Du nach ihm Ausschau halten kannst. Lässt er dagegen einen Warnruf tönen, kannst Du Dich darauf einstellen, indem Du lieber ruhig wartest, anstatt auf ihn zuzugehen.
Dank der Kenntnisse über die Lautäußerung eines Vogels weißt Du, wie Du Dich verhalten musst, um ihn vor die Linse zu bekommen.

Vogelstimmen kann man sehr gut mit einer CD lernen oder auch mit Vogelstimmen-Videos auf YouTube.
Empfehlen kann ich aber auch die App „Vogelquiz free“, mit der man viele wichtige Stimmen anhören und sein Gehör auch später im Quiz gezielt trainieren kann.

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Natürlich kannst Du Dir auch verschiedene Vogelbestimmungs-Apps herunterladen, mit denen Du eine Ergänzung zur Bestimmungsliteratur hast. Darauf werde ich aber in einem anderen Beitrag zum Thema noch etwas genauer eingehen.

3. Kameraausrüstung

Wenn Du noch gar keine Ausrüstung hast, musst Du Dich zunächst mit einer grundlegenden Frage auseinandersetzen: Spiegel oder nicht? Die meisten professionellen Fotografen nutzen natürlich DSLR-Kameras, bei denen Du zurzeit auch zweifellose eine größere Auswahl an Kameras und Objektiven findest. Aber auch spiegellose Systeme haben Vorteile, so sind sie zum Beispiel meist handlicher und leichter.
Als derzeit beste Alternative zu Spiegelreflexkameras gelten digitale spiegellose Systemkameras mit MFT-Technologie.
Wenn Du Dir erst noch eine Ausrüstung zulegen willst, wirst Du Dich damit sowieso noch näher auseinandersetzen und eventuell auch beraten lassen müssen.

Wenn Du schon eine Ausrüstung hast, die es zu erweitern gilt, musst Du Dir (abgesehen von Superzoom-Bridgekameras) ein Tele(zoom)objektiv zulegen. Klar kann man Vögel auch mit Weitwinkelobjektiven ablichten, aber ich gehe nicht davon aus, dass das am Anfang das Ziel ist, zumal es im Grunde noch mehr Aufwand und Geduld erfordert.

Mit einem Teleobjektiv holst Du Dir Dein Objekt der Begierde „näher“ heran, sodass es größer im Bild erscheint, als Dein Auge es auf die Ferne wahrnimmt.
Es gibt Beispiele, die belegen, dass man bereits mit 200 Millimetern Brennweite sehr schöne Resultate erzielen kann. Im Internet liest man dennoch häufig den folgenden Satz: Bei 300 Millimetern fängt der Spaß erst an.
Das hängt natürlich davon ab, wie Du später beim Fotografieren vorgehen wirst. Da aber Objektive mit langen Brennweiten ziemlich preisintensiv sind, besonders, wenn man einen Bildstabilisator und eine hohe Lichtstärke fordert, wird Deine Wahl vielleicht (so wie bei mir) erst einmal auf ein „kleineres“ Objektiv fallen.
Für lichtstarke Objektive bietet sich dafür der Einsatz von Extendern an, die die Brennweite zum Beispiel um das 1,4- oder 2-fache verlängern.

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Ich selbst arbeite mit dem Tamron 70-300mm und bin der Ansicht, dass es für einen Anfänger durchaus gut geeignet ist. Es ist leicht und vergleichbar handlich und bietet für den Beginn keine schlechten Bildergebnisse. Wer wie ich sehr ehrgeizig ist, kann damit tolle Resultate erzielen, wird aber sicher schnell an einen Punkt kommen, an dem die 300 Millimeter einfach nicht mehr genug zu sein scheinen.
Diese Entscheidung musst Du letztendlich selbst treffen! Ich werde sicher noch einige Jahre mit diesem Objektiv arbeiten, ehe sich die Anschaffung eines neuen lohnt und finanziell abgedeckt ist.

Mit diesen Anschaffungen und ein klein wenig Fleiß bist Du für kommende Foto-Abenteuer schon ziemlich gut ausgerüstet. Im nächsten Beitrag stelle ich Dir vor, wie Du Dich richtig aufs Fotografieren vorbereitest.

Bis dahin, liebe Grüße,
Anna!

Hier findest Du alle Beiträge zur Serie Vogelfotografie: Meine Erfahrungen und Tipps.
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7 Kommentare zu „Vogelfotografie: Grundlagen und Anschaffungen

    1. Vielen Dank! Beide der genannten Bücher stehen noch auf meiner Wunsch-Liste, freue mich schon sehr, selbst ein Urteil fällen zu können 🙂
      Wow, sehr beeindruckend! Eigentlich eine sehr gute Idee, mal durchzuzählen, da käme durchaus einiges zusammen 😀
      Liebe Grüße zurück!

      Gefällt 1 Person

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